Offene Raumstrukturen, lichtdurchlässige Trennwände und flexible Nutzungsmöglichkeiten prägen die Gestaltung moderner Arbeitswelten. Gleichzeitig müssen Bürogebäude klar definierte Anforderungen an den vorbeugenden Brandschutz erfüllen. Das Projekt ALTO & LARGO im Düsseldorfer Medienhafen zeigt, wie sich beide Aspekte architektonisch zusammenführen lassen: mit transparenten Systemtrennwänden und Brandschutzverglasungen in Türen.


Transparente Raumgliederung mit Brandschutzfunktion
Der Office Campus ALTO & LARGO der IMMOFINANZ wurde nach einem Entwurf von sop architekten realisiert. Er umfasst zwei Gebäude mit insgesamt rund 58.000 m² Mietfläche. Unterschiedliche Bürotypologien ermöglichen individuelle Nutzungskonzepte und eine flexible Aufteilung der Flächen.
Eine wichtige Rolle spielt dabei die Gestaltung der Innenräume. Transparente Trennwände gliedern die Büroflächen, ohne sie optisch vollständig voneinander abzuschotten. Sichtbeziehungen bleiben erhalten, Tageslicht kann in angrenzende Bereiche gelangen und die Räume wirken zusammenhängend.
Im Gebäude ALTO übernehmen Systemtrennwände von Strähle Raum-Systeme GmbH neben der räumlichen Gliederung und dem Schallschutz auch brandschutztechnische Funktionen. Zum Einsatz kommt das Brandschutzglas Pilkington Pyrostop® 30-101 (16 mm). Die Systemlösung ist auf eine Feuerwiderstandsdauer von 30 Minuten ausgelegt.
Das Beispiel verdeutlicht, welchen Stellenwert die Abstimmung von Glas, Trennwandsystem und baulichen Anforderungen bei der Planung hat. Brandschutzglas wird dabei nicht nur als funktionales Bauteil betrachtet, sondern als Bestandteil der Innenraumgestaltung.


Brandschutzverglasungen in Türen und Verkehrsbereichen
Auch in Türen kommt Brandschutzglas zum Einsatz. Auf allen Etagen wurden in Schüco-Türsystemen Verglasungen mit Pilkington Pyrostop® 30-10 (15 mm) integriert. Sie finden sich unter anderem in stärker frequentierten Bereichen wie der Lobby und den Aufzugszonen.
Gerade in diesen Übergangsbereichen treffen funktionale Anforderungen und gestalterische Überlegungen aufeinander. Transparente Türsysteme ermöglichen eine visuelle Verbindung zwischen den Räumen und unterstützen eine offene Gestaltung. Zugleich müssen die eingesetzten Komponenten für die jeweilige Brandschutzanforderung geeignet sein.
Entscheidend ist deshalb das Zusammenspiel der einzelnen Systembestandteile. Glas, Rahmen, Beschläge und Einbausituation müssen zur vorgesehenen Anwendung passen. Welche Lösung eingesetzt werden kann, hängt unter anderem von den baulichen Gegebenheiten und dem Brandschutzkonzept ab.

Brandschutz frühzeitig in die Innenraumplanung einbeziehen
Das Projekt ALTO & LARGO zeigt, wie wichtig es ist, transparente Trennwände und Türanlagen bereits in der Entwurfsphase mit der Brandschutzplanung abzustimmen. So lassen sich gestalterische Ziele und bauliche Anforderungen gemeinsam berücksichtigen. Die Planung erfolgte in Zusammenarbeit von sop architekten und der ZWP-Ingenieur-AG. Ergänzend kommen Feuerlösch- und Sprinklertechnik zum Einsatz.
Objektdaten
Immobilienentwickler: IMMOFINANZ Deutschland GmbH
Architektur: sop | slapa oberholz pszczulny | architekten
Ingenieurdienstleistungen: ZWP-Ingenieur-AG
Systemtrennwände: Strähle Raum-Systeme GmbH
Brandschutztüren: Lamann & Co. GmbH
Türsystem: Schüco International KG
Brandschutzglas: Pilkington Deutschland AG
Bildnachweis: Pilkington Deutschland AG