Deutsches Architekturmuseum Frankfurt: Architektur bewahren, Raumklima verbessern
Mit der Wiedereröffnung im Juni 2025 präsentierte sich das Deutsche Architekturmuseum (DAM) in Frankfurt nach umfassender Sanierung technisch, energetisch und funktional auf dem neuesten Stand. Das von Oswald Mathias Ungers 1984 entworfene Gebäude mit seinem berühmten „Haus-im-Haus“-Konzept sollte dabei nicht nur seine architektonische Qualität bewahren, sondern auch für die Anforderungen eines zeitgemäßen Museumsbetriebs zukunftsfähig gemacht werden. Einen wichtigen Beitrag zum neuen Raumklima-Konzept leistet das Sonnenschutzsystem INFRASHADE® auf Basis der MicroShade®-Technologie. Es reduziert solare Wärmeeinträge, verbessert den thermischen Komfort und unterstützt einen energieeffizienten Gebäudebetrieb.
Im Mittelpunkt der Sanierung stand dabei die Verbesserung des Raumklimas. Große Glasflächen insbesondere im Dachbereich und offene Treppenräume führten bislang zu hohen solaren Wärmeeinträgen, starken Temperaturschwankungen und einer aufwändigen Klimaregulierung. Gleichzeitig mussten für Besucher und Ausstellungsobjekte ganzjährig stabile Bedingungen gewährleistet werden – bei möglichst hohem Tageslichteinfall. Ziel war daher ein ausgewogenes Zusammenspiel aus wirksamem Sonnenschutz, hoher Lichttransmission und reduziertem Energiebedarf. Ergänzend wurde die Gebäudehülle energetisch ertüchtigt, die technische Gebäudeausrüstung modernisiert sowie Maßnahmen zur Verbesserung von Brandschutz und Sicherheit umgesetzt. Dabei galt es, den ursprünglichen Entwurf von Oswald Mathias Ungers so weit wie möglich zu bewahren – insbesondere Proportionen, Erscheinungsbild und Materialität standen unter den besonderen Anforderungen des Denkmalschutzes.
Unsichtbar wirksam – integrierter Sonnenschutz mit INFRASHADE®
Für die anspruchsvollen Anforderungen an Sonnenschutz, Tageslichtnutzung und Klimastabilität wurde mit INFRASHADE® eine Lösung eingesetzt, die sich nahezu unsichtbar in die Verglasung integriert. Der mikrostrukturierte Film wird auf der Innenseite der äußeren Scheibe des Isolierglases aufgebracht und beeinflusst die Licht- und Energiedurchlässigkeit abhängig vom Einfallswinkel der Sonne. Dadurch reduziert das passive System insbesondere bei hohen Sonnenständen die solaren Wärmeeinträge, während gleichzeitig ein hoher und neutraler Tageslichteinfall erhalten bleibt – ein wichtiger Faktor für die Nutzung im Museum.
Da der Sonnenschutz direkt in die Verglasung integriert ist, sind keine zusätzlichen außenliegenden Beschattungselemente erforderlich. Das System arbeitet selbstständig und eignet sich dadurch auch für schwer zugängliche Bereiche wie die großflächigen Überkopfverglasungen des DAM. Die Kombination aus hoher Tageslichttransmission und reduzierter Gesamtenergiedurchlässigkeit unterstützt ein stabiles Raumklima: Im Hochsommer kann die Gesamtenergiedurchlässigkeit (g-Wert) der Verglasung auf bis zu 12 Prozent reduziert werden.
„Ein neues Gefühl von Normalität“ – Peter Cachola Schmal, Direktor des DAM über die neue Verglasung
„Im Sommer 2025 herrschten im Foyer angenehme und komfortable Temperaturen, die eine entspannte Atmosphäre für die Mitarbeiter am Eingang und im Café schufen. Da wir uns nun mitten im Winter 2025/2026 befinden, ist es interessant festzustellen, dass die Temperaturen im glasüberdachten Foyer zufriedenstellend und unauffällig sind, was ein neuartiges Phänomen darstellt. Man gewöhnt sich sehr leicht an das Gefühl einer ruhigen Normalität – für diejenigen jedoch, die bereits vor den Renovierungsarbeiten hier waren, ist der Unterschied erstaunlich. In den Sommermonaten konnte die Temperatur im Foyer am Nachmittag zwischen 38 und 40 Grad erreichen. Im Gegensatz dazu sank die Temperatur im Winter selbst bei Einsatz der Heizung auf bis zu 12 Grad.
Ein weiterer bemerkenswerter Aspekt ist, dass das natürliche Licht, das in das Museum fällt, seine Farbe unverfälscht beibehält, was angesichts der üblichen Auswirkungen von Sonnenschutzglas eine bemerkenswerte Leistung ist. Für die Besucher ist es unerlässlich, Kunstwerke und Fotografien auf diese Weise erleben zu können.“
Objektdaten:
Bauherr: Stadt Frankfurt a. Main, Kulturamt +Amt für Bau und Immobilien
Auftraggeber: DAM Deutsches Architekturmuseum Frankfurt
Architekten: Rittmannsperger Architekten Darmstadt
Isolierglas: FLACHGLAS Wernberg
INFRASHADE® basierend auf der MicroShade® Technologie
Bilder: Titelbild: DAM Deutsches Architekturmuseum /Moritz Bernoully;
MicroShade®/photos by robert sprang, rsfotografie
Rahel Welsen